Geschichte
Auf Initiative des Studentenwerks Göttingen gründete eine Gruppe Singfreudiger unter der Leitung von Joachim "Jogi" Böse im Sommer 1991 Unicante - obwohl der Chor diesen Namen erst einige Zeit später erhielt. Nach einem unerwartet großen Andrang von Interessierten gleich in den ersten Proben standen bei den ersten Konzerten rund sechzig Sängerinnen und Sänger auf der Bühne des Jungen Theaters Göttingen. Seit dieser Zeit hat sich die Zahl der Mitglieder fast verdreifacht, und Unicante kann heute als der wohl größte studentische Rock- und Pop-A-cappella-Chor Deutschlands bezeichnet werden.
Anfangs fanden die wöchentlichen Proben im Foyer der Zentralmensa, später dann in der Aula am Waldweg statt. Die Konzerte wurden im zweiten Jahr in den Kinosaal am Wilhelmsplatz verlegt. Dort finden seitdem auch die Proben statt.
Einmal im Jahr findet die allseits beliebte Chorfahrt statt. Während die ersten Fahrten den Chor nach Melle bei Osnabrück führten, zieht sich Unicante seit einiger Zeit alljährlich für ein paar Tage nach Langeleben im Elm zurück.
Schon bei den ersten Konzerten - die traditionell einmal im Jahr stattfinden - gab es ein größeres "Projekt", das einen Teil des Programms ausmachte. Im ersten Jahr bildete so "Die Vogelhochzeit" das zentrale Thema, später folgten Musicals und Musikfilme wie zum Beispiel "Blues Brothers" oder "Dirty Dancing". Als Jogi Böse im zweiten Jahr mit Maske und Umhang bekleidet die Stücke aus "Das Phantom der Oper" dirigierte, ahnte er sicher nicht, was sich daraus entwickeln würde: Seit mittlerweile vielen Jahren stehen nicht nur der Dirigent, sondern auch die Sängerinnen und Sänger in der zweiten Hälfte des Konzertes mit zum Teil sehr aufwendigen, selbstgefertigten Kostümen auf der Bühne, die zum Thema des jeweiligen Chorjahres passen.
Unter den drei aufeinander folgenden Konzerten nimmt das Montagskonzert eine Sonderstellung ein: Chorleiter und Sänger spielen sich gegenseitig kleine Streiche. Diese Theatertradition der "Dernierenscherze" kam ebenfalls durch den ersten Chorleiter zu Unicante. Dieser hatte zuvor unter anderem die Musik zu Stücken des Göttinger Theaters im OP geschrieben.
Das Repertoire von Unicante war von Beginn an sehr vielfältig, aber nie klassisch. So wurden, neben bekannten Rock- und Popsongs, zum Beispiel auch vertonte Gedichte gesungen. Ein Großteil dieser Stücke war immer selbst arrangiert; seit einigen Jahren kann Unicante gänzlich auf "eingekaufte" Arrangements verzichten.
Auf Jogi Böse, der den Chor bis 1995 leitete, folgten bis heute sechs weitere Chorleiter, die diese Aufgabe neben ihrem Studium wahrnahmen und Unicante zunächst als Sänger kennengelernt hatten. Während es anfangs ausschließlich Gesamtproben gab, teilt sich der Chor heute für einen Teil der Zeit in die einzelnen Stimmgruppen auf, die dann unter der Leitung von jeweils zwei Stimmgruppenleitern separat proben. Von Anfang an wurde der Chorleiter bei der Organisation beispielsweise der Chorfahrt von Sängerinnen und Sängern unterstützt. Seit 2005 gibt es dazu das sogenannte "Orga-Team", das für die "nichtmusikalische" Organisation verantwortlich ist.
Im Sommer 2007 gab es zum ersten Mal in der Geschichte von Unicante ein zusätzliches Konzert. Dabei handelte es sich um ein gemeinsames Projekt mit der A-cappella-Gruppe Maybebop in der Stadthalle Göttingen. Dieses fand großen Anklang, sowohl beim Publikum als auch bei den Sängerinnen und Sängern, und soll deshalb 2008 wiederholt werden.
Unicante regte immer wieder Mitglieder dazu an, kleinere A-cappella-Ensembles zu gründen. So formierte sich etwa "achorat" unter Mathias Engelke, der Unicante zuvor 2 Jahre geleitet hatte. 2005 gründeten der bisherige Chorleiter Jan Kristof Lüders sowie fünf weitere Unicantler "Klick'nwirtschaft". Kein dauerhaftes Ensemble, sondern ein Projektchor ist "ProCant" unter der Leitung von Stephan Diedrich, der zuvor einige Jahre aktives Mitglied bei Unicante war. Sein Chor bot 2007 zum zweiten Mal Unicantlern die Möglichkeit, in den probenfreien Sommersemesterferien klassische geistliche Chormusik kennenzulernen.
Chorleiterinnen und Chorleiter seit der Gründung
- Jogi Böse (1991-1995)
- Britta Gaetsch (1995-1997)
- Matthias Engelke (1997-1999)
- Volker Matthias (1999-2000)
- Svenja Bruns (2000-2002)
- Jan Kristof Lüders (2002-2005)
- Benjamin Beeck (2005-2008)
- Friedemann Will (ab 2008)