Anläßlich des zwanzigsten Chorjubiläums schickt der ehemalige Chorleiter (1999-2000) Volker Matthias den folgenden Gruß:

Liebe Mitsängerinnen und Mitsänger, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, da ich den Jubiläumskonzerten leider nicht persönlich beiwohnen kann, möchte ich zumindest ein paar Worte an Euch und Sie richten: Wenn ich die Gäste eines Unicante-Konzerts mit “Zuhörerinnen und Zuhörer” anrede, ist das ja eigentlich schon nicht ganz korrekt. Natürlich gibt es viel Schönes zu hören bei so einem Unicante-Konzert. Aber Unicante wäre nicht Unicante, wenn sich der Genuss auf das rein Akustische beschränken würde. So bin ich sicher, dass auch bei den diesjährigen Konzerten wieder einiges zu Sehen und einiges zu Staunen sein wird:

  • So sieht man z.B. eine normalerweise riesengroße Gruppe von jungen Menschen - Menschen mit ganz unterschiedlichen musikalischen Vorerfahrungen, ein Chor, der sich nicht nach einem hochprofessionellen Vorsing-Auswahlverfahren gebildet, sondern allein durch die Lust am gemeinsamen Singen zusammengefunden hat.
    Und man staunt, wie es da überhaupt möglich ist, einen geschlossenen und homogenen Chorklang zu bilden.

  • Man sieht und erfreut sich an Sängerinnen und Sängern, denen man ansieht, dass sie Spaß haben, an dem, was sie tun, die mit Engagement und Verve dabei sind, die bewegt sind und bewegen, so dass jede Note diese Freude und Bewegung mittransportiert.
    So habe ich bei allen Unicante-Konzerten, die ich besucht habe, die Erfahrung gemacht, dass beseelte und lebendige Musik präsentiert wurde, dass man fantasievolle Verkleidungen und teilweise schon choreographie-ähnliche Elemente bestaunen konnte – und so ein Konzertabend zu einem echten Erlebnis wurde. Ein Erlebnis, dass auch bei den allermeisten Zuhörern zu einer inneren Beschwingtheit führt, die auch nach dem Konzertende noch anhält.

  • Und wenn man auf den Programmzettel schaute, konnte man eigentlich immer auch Namen von Chormitgliedern finden, die sich als Arrangeure von Chorsätzen betätigt haben – für mich immer das Paradebeispiel dafür, dass sich Viele im Chor weit über das eigentliche Singen und den damit verbundenen Proben- und Zeitaufwand hinaus für das gemeinsame Projekt engagierten.

Insofern denke ich, das Unicante seit jetzt 20 Jahren ein ganz außergewöhnlicher und wertvoller Teil der Göttinger Chorlandschaft ist, der möglichst auch die nächsten 20 Jahre diese Landschaft bereichern sollte.

Ich wünsche Euch und Ihnen heute Abend noch weitere „beseelte und beschwingende Momente“ und grüße herzlich
Volker Matthias